Also hab mich am Samstag ja in Schale geworfen und bin zur Gala des DSV im Sheraton getuckert. Der Abend war wie erwartet ziemlich langweilig. Es wurden Reden gehalten, Filme gezeigt, Menschen geehrt...
Hightlight:
Das Essen.
Ok, es war keine absolute Offenbarung, aber trotzdem ziemlich gut.
Vorspeise: Lachs, Scampis und Jakobsmuscheln in Safransoße auf Risotto. Ich muss ja gestehen ich bin ein absolute Safran-Fan, aber auch so war das Gericht genial. Der Fisch war total saftig und zart und zusammen mit dieser leicht süßlichen Note vom Safran und der ultra-schlonzigkeit vom Reis war das Ganze obere Liga.
Hauptgericht: Rinderfilet mit Gemüse. Das Fleisch war nur eher mittelmäßig, das lag garnicht mal an der Zubereitung sondern einfach am Fleisch. Das war nämlich nicht so weich wie man es von einem Rinderfilet erwarten würde, klar war es immer noch schmackhaft, auch wenn ich's blutiger mag (war schön rosé). Bei Fleisch ist das schwierig find ich... eigentlich sollte man sich das immer selbst machen... "Ehm... ich nehm das Rindfleisch. Könnt ich dann mal eben mit in die Küche kommen und es mir selbst machen?"
Naja weiter im Text: Was das Rindsfilet nämlich doch noch erwähnenswert macht (mal abgesehn davon, dass es Fleisch ist) ist die Scheibe Gänsestopfleber die noch oben drauf lag. Ich mein, eigentlich bin ich ja ein Fleisch-Purist. Ich will einen Teller, darauf will ich einen riesen Lappen liegen haben, Salz, Pfeffer, Basta. Aber diese Gänsestopfleber/Rindfleisch Kombination hatte schon was. Wär das Fleisch von der Konsistenz her besser gewesen hätt ich die Gänsestopfleber wahrscheinlich seperat runtergegessen, aber so hat es das Fleisch echt aufgewertet. Wahrscheinlich wusste der Uber-Küchenguru um die qualität seines Fleisches und hat sich kurzerhand entschlossen da noch Gänseleber draufzuklatschen, die stand nämlich so weit ich das in Erinnerung habe nicht auf der Karte und so was feines wie Gänsestopfleber würd ich schon draufschreiben...
Nachspeise: Seeehhr lecker... bin ja eigentlich nicht mehr so der Nachspeisen-Typ wie früher, aber da musste auch ich zugeben, dass das sehr köstlich war. Es gab so eine seltsame Schokopyramide die innen einen noch viel seltsameren schaumig-sahnigen Kern hatte (das Ganze nannte sich Schokoladenspitz) in Kombination mit einer Mangosoße, die wirklich richtig gut war... hätte den schwulen Schokoladenspitz gerne gegen ne ordentliche Portion Mangosoße getauscht... aber naja... man kann ja nicht alles haben.
Den ganzen Abend über gab es zwei sehr gute Weine. (wollte mir eigentlich die Namen merken, aber hab dann wohl doch zu viel vom Wein erwischt *pfiffel*) Ich, kulinarisch wohlerzogen, startete natürlich mit dem Weisswein um dann später, zum Fleisch, auf Roten umzuswitchen. Weisswein war schön lieblich und fruchtig aber nicht zu süß, so wie ich Wein eigentlich liebe um ihn weglitern zu können *pfiffel*. Also ich hock da süffel grade mein zweites glas Weisswein und langweile mich, da fragt mein Schwesterchen ob ich mal an ihrem Wein nippen könne, sie sei sich nicht ganz sicher ob er einen Korken habe... Ich riech den Korken schon beim Nippen und stelle fest: "Japp gewaltiger Korken, ziemlich ätzend" Ich wende mich meinem Korkfreien-Wein zu und freu mich des Rausches der die Langeweile langsam erträglicher macht. Meine Schwester lässt sich währenddessen ein neues Glas bringen mit korkfreiem Wein. Dann kommt irgendwann die Kellnerin zu mir und klaut mir mit der Begrundung "Ich bringe Ihnen vorsichtshalber auch mal einen Neuen" meinen Wein, ich protestiere noch lauthals, dass mein Wein voll ok ist, aber sie lässt sich nicht aufhalten und verschwindet mit meinem Glas in den Untergrund. Ein paar Sekunden später stellt sie mir mein neues Glas hin. Korken. Super. Ich switche auf Rotwein.
Könnte mich immer noch ärgern nicht den ganzen Abend Rotwein getrunken zu haben, denn der Weisswein war gut, aber der Rotwein war schon obere Liga. Vollmundig, schwer, ölig, so ein richtiger Herbstwein. Zwei bis drei Flaschen (wenn die ständig Nachschenken hat man keinen überblick) später sitze ich glücklich im Taxi nach Hause. Ein langweiliger Abend, aber ein schöner Rausch...